
Baden-Württemberg
Burg Löwenstein im Mittelalter 2026
Auf dem Sporn über dem Sulm-Tal
Die Burgruine Löwenstein thront auf einem auslaufenden Bergsporn auf 427 Metern, weithin sichtbar über der gleichnamigen Stadt und dem Tal der Sulm. Ihren Namen trägt sie vom Wappentier der Grafen von Calw, die die Anlage im 11. Jahrhundert zum Schutz der nahe verlaufenden Salzstraße errichtet haben. Jahrhunderte später wurde sie zur Bühne im Machtkampf zwischen der Kurpfalz und dem Haus Württemberg, bevor Herzog Ulrich sie 1504 eroberte. 1512 brannte ein großer Teil der Burg nieder, die Legende vom weißen Burgfräulein von Löwenstein rankt sich bis heute darum.
Genau in dieser Kulisse aus Mauerwerk und Weitblick spielt sich an diesem Wochenende eine Zeitreise vom 12. bis ins 16. Jahrhundert ab. Über 50 historische Akteure aus ganz Europa stellen das Leben auf der Burg dar. Das ist kein durchchoreografiertes Schauspiel, sondern Marktvolk, das an seinen Plätzen arbeitet, kocht und gern erklärt, was es da tut, wenn du nachfragst.
Was dich auf der Burg erwartet
Ein eigenes Lager schlagen die Vasallen der Mark Baden auf, eine Darstellergruppe aus dem nahen Brackenheim. Sie zeigen das Leben, wie es zwischen 1300 und 1320 ausgesehen haben könnte, vom Alltag im Zelt bis zum Handwerk, das damals zum Lagerleben gehörte.
Ein Schwerpunkt liegt auf den Vorführungen: Rüstungen werden gezeigt und erklärt, dazu kommen Fechtvorführungen, bei denen du siehst, wie schwer und wie beweglich eine Ausrüstung zugleich war. Mitmachen ist ausdrücklich erwünscht. Kinder wie Erwachsene können sich am Handwerk versuchen, und am Bogenschießen sowie am Speer- und Axtwerfen probieren sich erfahrungsgemäß Groß und Klein gleichermaßen aus.
Ein besonderer Programmpunkt ist das Mahl an der Hohen Tafel: In früheren Ausgaben wurde dabei am Samstag nach Tischsitten des 13. Jahrhunderts gespeist, am Sonntag nach denen des 15. Jahrhunderts. Das ist ein anschaulicher Beleg dafür, wie sehr sich Essgewohnheiten über zwei Jahrhunderte verschoben haben.
Termin & Eintritt
Geöffnet ist an beiden Tagen, Samstag und Sonntag, jeweils von 11 bis 17 Uhr; in dieser Zeit präsentieren die Akteure ihre Darstellungen und stehen für Fragen bereit. Der Eintritt liegt bei 3 Euro pro Person. Kinder unter Schwertmaß kommen frei hinein, ebenso Gäste mit Schwerbehindertenausweis.
Ein Hinweis vorab: Die Burganlage liegt auf einem Bergsporn und ist nicht barrierefrei. Festes Schuhwerk ist auf dem historischen Gelände die bessere Wahl als das gute Paar von zu Hause.
Öffnungszeiten
Eintritt
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